Wissenswertes über die Geschichte des Wiener Künstlerhauses

Seine Gründung, seine Künstler, seine Gschasfeste, die Ringstrassenkultur
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Ein
Abriss über das Wesen und die Ziele des Alten Wiener Künstlerhauses
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Hans Wulz als Maler des Alten Wiener Künstlerhauses
Kunsthistorisch
betrachtet, zählt Hans Wulz zu den bedeutenden Malern des Alten Wiener
Künstlerhauses. Der Geist und die Tradition dieses größten und ältesten
Ausstellungshauses einer Künstlervereinigung im deutschsprachigen Raum hat
die Malerei von Hans Wulz und vielen seiner Zeitgenossen entscheidend
beeinflusst.

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Vorstandssitzung der Gesellschaft Bildender Künstler im Jahre
1951 mit Präsident Karl M. May (7. von links), Hans Wulz (links
daneben, 6. von ) in der Funktion des Schriftführers. Auf diesem Bild zu
sehen sind außerdem die beiden Vizepräsidenten Siegfried Theiss und Alfons Riedel und die
Kunstausschussmitglieder: Rudolf Pleban, Hans Wolfersberger, Fritz Zerritsch,
Rudolf Keppel, Ernst Schrom,
Ferdinand Opitz, Robert Ullmann, Rudolf Schmidt, Erwin Böck und Fritz
Waage.
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Hans Wulz war
einer der bedeutenden Wiener Maler in der Tradition des Österreichischen
Spätexpressionismus. Das bevorzugte Thema des Gesamtwerks von Hans Wulz sind
figurale Darstellungen und Kompositionen, in denen stets der Mensch im
Mittelpunkt steht. Auf seinen großen Öl-Tafelbildern setzt er sich mit dem
Menschen und seiner Bestimmung auseinander. Seine großteils als Akte
gezeigten Figuren sind Sinnbilder für Leben und Familie, für Leid und
Schmerz, für Hoffnungen, Sehnsüchte und Konflikte.
Mit diesen
Darstellungen erinnert er durchaus an die Bildaufbauten und -kompositionen
eines Hans Makart, der in seinen Werken der Inszenierung und Allegorie einen
breiten Raum gab, mit der Körperlichkeit der Figuren, vor allem in den frühen
Arbeiten, an jene eines Albin Egger-Lienz. Dass
Hans Wulz ein großartiger Zeichner war und den Menschenakt in allen seinen
Formen und Bewegungen instinktiv beherrscht, ist selbstverständlich.
Hans Wulz
steht mit seinen formalen Prinzipien in der Tradition des Alten Wiener
Künstlerhauses, die Bilder lassen an die historistischen
Kompositionen mit mythologischen, christlichen und allegorischen Bildinhalten
denken. Wulz wollte, dass seine Malerei den Betrachter berührt, auf ihn
Resonanz ausübt, ihn fasziniert. Er benutzt das Instrumentarium der Farben
als besonderes Ausdrucksmittel für die Seelensprache, die zwischen dem Inhalt
seiner Gemälde und dem Betrachter vermittelt. Die Farbwerte werden jedoch
nicht nur als malerische Effekte eingesetzt, sondern sind oft Träger der
Bildinhalte – so etwa Farbkombinationen von Blau
bis Violett für mystisch-religiöse Themen oder Orange-Rot-Töne für Konflikte,
Entscheidungen oder Ängste, symbolische Werte, die auch bei den Malern der
vom Künstlerhaus abgespaltenen Gruppe der Secessionisten
zu finden sind.
Die
Landschaftsmalerei von Hans Wulz bildet einen extremen Kontrast zur
Eindringlichkeit seiner figuralen Kompositionen. Kennzeichnend für die in
Aquarell und Öl festgehaltenen Landschaftsporträts sind der an Ort und Stelle
festgehaltene Bildausschnitt, das momentan herrschende Tageslicht, der
heitere Eindruck, die meist lichte Farbpalette oder beinahe genrehafte Szenen.
Die
Darstellung bewegter, dynamischer, geschäftiger Szenen reizte den reifen
Künstler ganz besonders. Typische, unverwechselbare Erkennungsmerkmale seiner
späteren Landschaftsgemälde sind schemenhafte Strukturen, Punkte oder
Flecken, mit Hilfe derer er die Bewegung, das Treiben und auch manchmal die
Hektik der Szenerie gekonnt abstrahiert darstellte. Dadurch gelang es ihm, in
seinen Bildern Dynamik einzubringen, verkehrsreiche, geschäftige und belebte
Szenen bildnerisch einzufangen.
Mit Hans
Wulz und seinen Künstlerkollegen endete die Ära der Maler des Alten Wiener
Künstlerhauses mit dessen dort wirkenden Künstlerpersönlichkeiten mit deren
grundlegenden historischen Wertevorstellungen.

Vorstandssitzung der Gesellschaft Bildender
Künstler im Jahre 1951, Hans Wulz (2. von rechts) im Gespräch
mit Präsident Karl M. May (ganz rechts)
Hans Wulz
hinterlässt ein sehr großes, vielgestaltiges und mannigfaltiges Werk. Er hat
unzählige Ölgemälde mit figuralen Inhalten, Landschaftsgemälde und Stillleben
gemalt, etwa ein Dutzend Fresken in Museen und Kirchen nach eigenen Entwürfen
geschaffen oder restauriert, unter anderem im Heeresgeschichtlichen Museum im
Arsenal Wien, in der Judas-Thaddäus-Kirche in Wien und der
Dreifaltigkeitskirche in Stadl-Paura. Für
öffentliche Gebäude und Wohngebäude in Wien und in Niederösterreich hat er rund
fünfzig Sgraffiti und Mosaiken angefertigt. Als begehrter Porträtmaler hat er
außerdem eine ganze Galerie prominenter Persönlichkeiten aus Politik,
Wirtschaft und Kunst verewigt, in jüngeren Jahren eine große Anzahl von
Kinder- und Jugendbüchern illustriert und Grafiken und Karikaturen
gezeichnet.
Besonders
erwähnenswert ist die Schaffung des monumentalen Rundgemäldes im Schweizer
Wallfahrtsort Einsiedeln. Gerne erinnert man sich dort an Hans Wulz als
liebenswürdigen „Professor aus Wien“. Hans Wulz schuf hier in
den Jahren 1961 und 1962 zusammen mit seinem Kollegen Josef Fastl
ein monumentales Öl-Rundgemälde im Ausmaß von zehn Metern Höhe und einem
Umfang von hundert Metern. Auf diesem Riesen-Ölgemälde im „Kreuzigungs-Panorama“, das den Ort und die Umgebung der Kreuzigung Christi darstellt,
gestaltete Hans Wulz 500 zum Teil lebensgroße Figuren.
Jeder, der
mit Hans Wulz zu tun hatte, erinnert sich gerne an ihn. Er war ein Mensch,
mit dem Zusammensein ein Vergnügen war und der von einer tiefen Menschlichkeit
durchdrungen war. Dies zeigt sich in seinem gesamten Werk. Hans Wulz war ein
rastloser, ja besessener Künstler. Seine sehr bescheidene und nie nach
Publizität strebende Wesensart ist vielleicht der Grund dafür, dass seine
Malerei zu Lebzeiten wohl unterbewertet war.
Eine große
süddeutsche Tageszeitung, der in Südbaden erscheinende „Südkurier“, erkannte 1990 an: „... gehört Hans Wulz zu den
wichtigsten Künstlern seines Heimatlandes nach 1945.
... Professor Wulz hat sich seinen Platz in der vorderen Reihe der
Kunstschaffenden Österreichs mühsam erkämpft und bis zu seinem Tode behauptet“.
Abschrift
aus dem Buch W.M. Neuwirth, "Im Schatten und
Glanz des Goldenen Apfels", ISBN 3-900433-01-1, 1982
Hans Wulz
zählt zu den großen Malern des alten Künstlerhauses, die so wie Eisenmenger, Keppel, Pevetz, Zerritsch, Stepan, Ranzoni, Leopold
Schmid, Beischläger, Mayrhuber,
Pipal und Ulrich auf gediegener, traditionsbewußter Basis bedeutende Kunstwerke geschaffen
haben. Hans Wulz' väterliche Vorfahren kommen aus Tirol, mütterlicherseits
aus dem Egerland. Seine besondere Stärke ist die
dramatische Darstellung des Menschen und der Natur aus
real-impressionistischer Schau.
Seine
genialen, überwältigenden Kompositionen - oft in der bevorzugten Gesamtform
des Triptychons dargeboten - sind Manifestationen
des ergreifenden menschlichen Schicksals und epochaler biblischer Themen. In
meisterhafter Linienführung bedient sich der kraftstrotzende Maler des Wunderwerks
der Farben, die er mit expressiver Gewalt aufträgt, so daß
in einer Art mystischer Farbensprache Seele und Geist seinen Bildern
innewohnen. Seine zahlreichen großen Tafelbilder, seien es zum Beispiel die
"Mütter", "Der Tod der Mutter", "Der Blinde" faszinieren
alle Beschauer.
Hans Wulz
kann daher mit Recht als ein "spiritueller Maler" gewertet werden,
als Mahner und Beglücker in unserem von vielen Schicksalsschlägen
heimgesuchten Jahrhundert. Ebenso eindringlich sind seine Städtebilder und
Landschaften in den Bundesländern und in Perchtoldsdorf
und im lichtbegnadeten Süden beheimatet. Hier liebt
Hans Wulz interessante Perspektiven und charakteristische Tagesstunden, die
die Atmosphäre des Motivs voll und ganz zu Geltung bringen.
Daß Hans Wulz ein großartiger Zeichner ist und den Menschenakt in
allen seinen Formen und Bewegungen instinktiv beherrscht, ist
selbstverständlich.
Auch als
impulsiver Freskenmaler hat sich Hans Wulz bewährt, ebenso als Neugestalter
des kolossalen Kreuzigungspanoramas in Einsiedein
(Schweiz).
Als
Porträtmaler hat Hans Wulz eine ganze Galerie von prominenten
Persönlichkeiten verewigt. Es seien die Meister-Bildnisse von Raab, Maurer,
Paul Katzberger, Prinke,
Reiter, Hartmann und Feuchtmüller hervorgehoben.
Professor
Hans Wulz wurde u. a. mit der Goldenen Ehrenmedaille und mit dem Goldenen
Lorbeer des Künstlerhauses ausgezeichnet.
Meine Kunstauffassung
Bevorzugte
Themen sind figurale Kompositionen.
Mittelpunkt
ist der Mensch.
Versuch einer
farblich starken Aussage.
Entmaterialisierung
der Farbe durch koloristische Gegensätze.
Bevorzuge die
kühlen blauen Töne.
Im
Gegensatz zu früher, beginne ich mit einer Komposition gleich auf der
Leinwand und lege alles gleich in Farbe an. Daher oft mehrmalige Wandlungen
im Bildaufbau.
Anregung
und Vorbild bleibt die Natur. Ich bin der Ansicht, man soll die Natur nicht
so verändern, daß sie im Gegensatz zur organischen
Form steht.
Im Grunde
aber glaube ich, daß ein Künstler so arbeiten soll,
wie es seinem Naturell entspricht.
Hans Wulz,
Wien, am 15. Juni 1976
Verliehene Preise an Hans Wulz
Das
Künstlerhaus hatte zur Würdigung der Leistungen seiner Mitglieder Kunstpreise
ausgesetzt. Der Zusammenbruch der Monarchie bedeutete auch das Ende
zahlreicher im Künstlerhaus verliehener Preise und Auszeichnungen. Um sie
einigermaßen zu ersetzen, wurde 1924 die Ehrenmedaillie
gegründet, weitere Preise folgten. Die Ehrenmedaillie
ist die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft Bildender Künstler bis
heute zu vergeben hat. Hans hat sie 1959 bekommen.
Zu den
schönsten Auszeichnungen gehört auch der "Goldene Lorbeer", der in
Würdigung des Gesamtschaffens verliehen wird. Zum ersten Mal wurde er 1934
vergeben. Hans wurde diese Auszeichnung im Jahre 1980 zuteil.
1951
Preis des Bundesministeriums für Unterricht anläßlich
der Frühjahrsausstellung
1952
Preis des Olympischen Komitees über das Wiener Künstlerhaus.
1959
Verleihung der Großen Goldenen Ehrenmedaille der Gesellschaft Bildender
Künstler Wiens
für seine Gesamtleistung.
1962
Verleihung des Professoren-Titels.
1980
Verleihung des goldenen Lorbeers durch die Gesellschaft bildender Künstler
Wiens
in Würdigung seines Gesamtschaffens.
In den
Jahren von 1953 bis 1975 beteiligte sich Hans Wulz an zahlreichen Ausstellungen
im Wiener Künstlerhaus:
Ausstellungen
Einzelausstellungen
im Künstlerhaus
1954
Wiener Künstlerhaus, Einzelausstellung
1959
"Sein Gesamtschaffen"
Beteiligung
an Gemeinschaftsausstellungen im Künstlerhaus
1947
Große Österreichische Kunstausstellung
1957-1970
Ausstellungen in der Wiener Frühjahrs- und Herbstmesse
1957,
1959 Festwochenausstellung
1948-1975
Jubiläums-, Frühjahrs-, Sommer-, Herbst-, Winter- und Weihnachtsausstellungen

Hans im Gespräch mit Bundespräsident Theodor
Körner während der Eröffnung
seiner
Einzelausstellung im Wiener Künstlerhaus im Jahre 1954
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